Infobrief Juli 2015

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Heiß diskutiert beim Steinenberg-Forum

Zahlreiche Natur- und Umweltverbände sowie Gemeinderatsfraktionen erörterten auf Einladung des Umweltzentrums die Zukunft des Steinenbergs und den Flächennutzungsplan des Gebiets. Seit der Gemeinderatssitzung am 27. April 2015 steht fest, dass das vieldiskutierte Parkhaus auf dem Schnarren- und nicht auf dem Steinenberg gebaut wird. Jedoch ist der Steinenberg im Flächennutzungsplan von 1996 immer noch als "Sondernutzungsgebiet Kliniken" eingestuft und daher nicht langfristig vor der Bebauung geschützt. Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes steht an und das Steinenberg-Forum möchte die Möglichkeit zum Meinungsaustausch geben.

Bereits in den 1990er Jahren wurden auf Initiative des Umweltzentrums Tübingen e.V. mehrere Steinenberg-Foren durchgeführt und unterstützten die Entscheidungsträger bei der Ausarbeitung eines damals notwendigen Kompromisses hinsichtlich der Bebauungsgrenze am Steinenberg.

Ziel der im Dezember 2014 gegründeteten „Interessengemeinschaft Steinenberg“ ist die Sicherung des Steinenbergs als Naherholungsgebiet und ökologisch wertvollen Bereich - vor allem auch im Flächennutzungsplan. Außerdem möchte die Interessengemeinschaft den Wert des Gebiets bekannt machen, z.B. bei Infoveranstaltungen, Fledermausexkursionen oder Führungen durch die Streuobstwiesen.

Den Forumsteilnehmern ist es wichtig, die Meinung der Uniklinik sowie der weiteren Fraktionen zu hören und die Pläne von Uniklinik und Universität vorgelegt zu bekommen, um darüber diskutieren zu können. Als führende Universitätsstadt sollte die bedeutsame Kompetenz der Kliniken und der Universität erhalten bleiben, jedoch müssen dabei die noch vorhandenen Potentiale der Stadt Tübingen im Blick behalten werden. Bereits jetzt ist der Verkehr in der Innenstadt ausgelastet und es gibt nur noch wenige unbebaute Naturflächen. Um diese und weitere Fragen zu klären, soll ein zweites, öffentliches Steinenberg-Forum stattfinden - der Termin wird noch bekanntgegeben.

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"Mähen mit der Sense": eine alte Handwerkskunst

Das Mähen mit der Sense war nicht nur früher eine weit verbreitete Handarbeit zum Pflegen und Stutzen von Wiesen und Feldern, auch heute, wo Werte wie Umweltschutz, Energiesparen und Bewegung an der frischen Luft an Bedeutung gewinnen, finden immer mehr Leute Interesse an der Arbeit mit der Sense.

Manuel Haus, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Umweltzentrums, erkannte schon früh die Bedeutung der Sensenarbeit und leitet deshalb jährlich gutbesuchte Sensenmähkurse, in denen er sein Wissen und seine langjährige Erfahrung weitergibt. Nicht nur das eigene Interesse am Kunsthandwerk, sondern auch der ökologische Aspekt brachte ihn auf die Idee, die Arbeit mit der Sense in unserem Alltag wieder einzuführen. Die Umsetzung eines alten Kunsthandwerkes wie des Sensenmähens, ist für die ständig von technischen Fortschritten bedrohte Umwelt und den Erhalt der Biodiversität sehr wichtig, so Manuel Haus. Im Gegensatz zu den heute weit verbreiteten motorisierten Geräten, sind Sensen absolut umweltfreundlich, da sie weder Treibstoffe verbrauchen, noch CO2 oder Abgase ausstoßen.

Des Weiteren ist die Sense ein wirksames Hilfsmittel zu einer ökologisch wertvollen Blumenwiese, da beim Mähen Pflanzen und Insekten überwiegend verschont bleiben und dies zum Erhalt der Wiesenökologie beiträgt. Damit sich die volle Blütenpracht entfalten kann, genügt es, Wiesen zweimal im Jahr zu mähen. Das erste Mal, wenn Gräser und Blüten bereits abgeblüht sind, also im Juli oder August. Das durch das Mähen zurückgebliebene Schnittgut verteilt Samen und kann nach dem Trocknen als Dünger oder Tierfutter weiterverwendet werden.

Im Gegensatz zu teuren, lauten und schweren Freischneidern kommt man mit der Sense auch in schlecht begehbare Gebiete, wie steile Hänge und kann mit ihnen zu jeder Tageszeit arbeiten. Für viele Kursteilnehmer ist vor allem der Wert der eigenen Handarbeit wichtig, denn hat man einmal den „richtigen Schwung“ mit der Sense drauf, kann das Mähen eine entspannte Arbeit werden, bei der man die Natur mit allen Sinnen erleben kann und gleichzeitig Bewegung an der frischen Luft hat. Aber auch der ökologische Aspekt spielt bei vielen Teilnehmern eine wichtige Rolle.

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Fortbildungsprojekt: Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kindergarten

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist bereits in vielen Bildungseinrichtungen verankert, jedoch nur wenig im elementar-pädagogischen Bereich. Gerade im frühen Kindesalter kann der kindliche Wissensdrang, die Neugierde und die Lust auf Experimentieren genutzt werden, um ihnen das Thema Nachhaltigkeit näher zu bringen. Genau da setzen Thomas von Schell vom Wissenschaftsladen und Manuel Haus vom Umweltzentrum Tübingen an und haben gemeinsam ein Projekt entwickelt mit dem Ziel, ein Fortbildungsprogramm für ErzieherInnen und PädagogInnen zum Thema Nachhaltige Entwicklung zu initiieren. Das Ziel des Vorhabens, die Erzieher auf Warum-Fragen der Kinder in Bezug auf zukunftsrelevante Themen wie Klimawandel, Konsumverhalten oder Energieverbrauch vorzubereiten und den Kindern durch spielerische Projekte und Experimente die vier Säulen der Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie, Soziales und globale Gerechtigkeit, näher zu bringen.

Bereits im Jahre 2014 starteten Herr von Schell und Herr Haus mit ersten praktischen Erprobungen für die Konzeptentwicklung der Fortbildungen. Die aus dem Jahr 2014 entstandenen Ansätze werden in diesem Jahr an ausgewählten Kindertagesstätten erprobt, evaluiert und weiterentwickelt, um im Jahr 2016 mit konkreten Einführungsveranstaltungen und den darauffolgenden Anmeldungen für Fortbildungen zu starten.

Beteiligt an dem Projekt sind bisher die beiden Rottenburger Kindergärten Hohenberg und Pliksburg sowie die Körperbehindertenförderung (KBF) in Mössingen. In ein paar Monaten folgt ein weiterer Kindergarten aus Dußlingen. Gefördert wird das Projekt bis einschließlich Herbst diesen Jahres vom Landkreis Tübingen aus Mitteln des Förderprogramms PLENUM - „Ein Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt“, das auch Umweltbildungsmaßnahmen fördert. Ab Herbst, so hoffen die Projektleiter, wird der neue Antrag bei der Baden-Württemberg Stiftung bewilligt.

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Neue Praktikantin im Umweltzentrum

Seit Anfang Juni wird Meike Kühlbrey von einer neuen Praktikantin unterstützt. Luisa Beitlich bereitet sich auf Ihr Studium im Umweltbereich vor, das sie im Wintersemester 2015 beginnen wird. Sie ist bis Anfang August für das Umweltzentrum Tübingen tätig.

Das Umweltzentrum bedankt sich ganz herzlich bei Michael Hauser für seine engagierte Mitarbeit. Wir wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute.


Landgrabbing

von Manuel Haus

Landgrabbing - Landraub - dabei fällt denen, denen überhaupt etwas dazu einfällt, Afrika ein und „die Chinesen“ die dort große Ländereien aufkaufen, um Agrarprodukte für ihr Land zu erzeugen. Aber auch Deutschland ist dabei nicht unbeteiligt: Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, den meisten eher als Kreditgeberin für Gebäudesanierung bekannt, und eine Tochterbank finanziert Deutschland internationale Konzerne, die genau dasselbe tun.

Nun berichtet eine EU-Studie, dass das auch in Europa, besonders in den östlichen Ländern, aber auch bei uns passiert: Großinvestoren kaufen und pachten immer mehr Agrarland. Ausländische Investoren kontrollieren beispielsweise in Rumänien 30 bis 40 % der Agrarflächen. Wer sind diese Investoren? Die Studie nennt dazu außer Agrarkonzernen auch Banken und Versicherungsfonds.

Während also einerseits unsere Lebensgrundlagen immer mehr von Konzernen kontrolliert werden, vernichten wir in Deutschland zusätzlich fruchtbaren Ackerboden durch Überbauung durch Industrie-, Gewerbe- und Wohngebiete - jedes Jahr eine Fläche, die die Stadt Tübingen ernähren könnte. Und das bei sinkender Bevölkerungszahl!

Da sind die Pläne, diesen jährlichen Flächenverbrauch irgendwann später einmal zu senken, wenig tröstlich. Denn die Fläche auf der Erde ist nicht vermehrbar.

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