Infobrief Januar 2014

Jahresbericht 2013

2013 - ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns! In unserem Jahresbericht lassen wir es für Sie noch einmal Revue passieren und berichten von Veranstaltungen, Events, Messen und der groß angelegten und erfolgreiche Spendenaktion, untermalt mit Bildern und mehr. Schauen Sie doch mal rein.

Wir danken auch an dieser Stelle nochmals allen Helfern und Unterstützern, die uns über das Jahr hinweg auf verschiedenartige Weise unterstützt haben.

Hier gibts den Jahresbericht zum Anschauen und runterladen. Wir wünschen Ihnen Viel Spaß beim Lesen.


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"Dämmen - aber richtig" jetzt als Broschüre

Der Service Learning Kurs "Bürgerberatung nachhaltiges Bauen" wurde 2012/2013 im Rahmen des Studium Professionale von der Universität Tübingen, dem Wissenschaftsladen und dem Umweltzentrum Tübingen für Studenten angeboten. Daraus hervor ging eine Broschüre, die überwiegend von Studenten erarbeitet wurde und nun eine breite Leserschaft zum Thema "Dämmen" informieren soll.

Diese können Sie hier ansehen.

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Difäm Handysammlung: Das Umweltzentrum ist als Sammelstelle mit dabei

83 Millionen! Einwohner in Deutschland? Fast. Ein bisschen müssen wir uns bis dahin noch strecken. Unsere Einwohnerzahl liegt derzeit bei etwas über 80 Millionen. Mehr alte Handys als Einwohner haben wir allerdings schon jetzt: geschätzte 83 Millionen unbenutzte Alt-Handys liegen in Deutschland derzeit in den Schubladen. Häufig sind die meisten nicht einmal kaputt oder beschädigt, sondern einfach nicht mehr "in Mode" oder auf dem neuesten Stand der Technik und haben dadurch ausgedient. Diese könnten jedoch an anderen Flecken der Welt Wiederverwendung finden. Und selbst nicht mehr funktionale Geräte sind nicht nutzlos, aufgrund der darin enthaltenen sog. Seltenen Erden und Schwermetalle. Diese können eingeschmolzen und wiederverwertet werden.

Das Deutsche Institut für ärztliche Mission e.V., kurz "Difäm", hat eine Aktion zusammen mit anderen Initiatoren (ZEB, DIMOE und EPIZ) mit dem Titel "Handy - Segen oder Fluch" ins Leben gerufen. Schirmherrin ist Bundesjustizministerin a.D. Fr. Herta Däubler-Gmelin. Die Aktion animiert dazu, selbst aktiv zu werden: zu Handysammlungen aufzurufen, Informationsmaterial weiterzugeben, vor allem aber zum Nachdenken anzuregen. Wo kommen die Seltenen Erden her, die bei der Fertigung jedes Handys und allgemein aller mobilen Endgeräte (Smartphones, Tablets, Notebooks) verwendet werden? Und wo und unter welchen Arbeitsbedingungen werden diese gewonnen?

Beispielsweise das Selten-Erden-Element Coltan: es zählt zu den Seltenen Erden, obwohl es eigentlich in Reinform ein Metall ist. Coltan ist Bestandteil von speziellen Erzen, die zumeist untertage abgebaut werden und aus denen es aufwendig isoliert werden muss. Mehr als 50 % der coltanhaltigen Erze werden in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut. Dort tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg um Bodenschätze. Rebellen und Soldaten kämpfen um die Kontrolle über den Abbau und Verkauf der Rohstoffe, leider dort die einzig florierende Geldquelle. Die Folgen sind gravierend: Verletzung der Menschenrechte, brutale Gewalt (Massakrierungen von Familien, Überfälle auf Dörfer), steigende Armut und Krankheit, fehlende Arbeitsschutzmaßnahmen im Bergbau. Kaum Lebensmittel und kein sauberes Trinkwasser sind die Ursache für die dramatische Zahl unterernährter Kinder und hohe Kindersterblichkeit. Folgen eines Krieges, dem viele IT-Unternehmen durch den Kauf von Coltan immer wieder "finanzielle" Nahrung geben und auch die oftmals menschenunwürdigen Umstände bei der Minenarbeit honorieren.



Es geht aber auch anders: Ein neu entwickeltes Verfahren ermöglicht es den Hersteller den Herkunftsort von Erzen wie Coltan zu ermitteln. So kann die Herkunft auf dem Weltmarkt gehandelter Erze vor dem Kauf geprüft werden. Dies soll bewirken, dass sich auch im Rohstoff-Sektor nach und nach "fairer Handel" etabliert. Einige IT-Unternehmen haben es sich seit dem zu Ihrer Philosophie gemacht, keine Rohstoffe aus konfliktbelasteten Regionen mehr für Ihre Produktion zu verwenden. Als "bessere" Alternative wird derzeit das "Fairphone" propagiert: laut Hersteller "das Smartphone des reinen Gewissen". Die gleichnamige niederländische Handy-Firma entwickelte ein Smartphone, das möglichst ohne Ausbeutung von Personen und mit möglichst geringem Schaden für die Umwelt produziert werden sollte. Müllvermeidung durch lange Haltbarkeit dank langer Wartungsoption und günstiger Reparaturmöglichkeiten stehen dabei ebenso auf dem Programm wie die Verwendung konfliktfreier Rohstoffe durch den Kauf von Erzen aus geprüften Minen, sowie faire Arbeitsbedingungen bei der Produktion. Ende Dezember 2013 wurden die ersten 25.000 Stück ausgeliefert. Fairphone will mit seinem Fairphone vor allem anderen Firmen neue Wege aufzeigen und zum Nachahmen anregen.

Beim Kauf eines neuen Produktes auf "faire" Arbeitsbedingungen und "fairen" Rohstoffhandel zu achten, ist ein guter Ansatz. Seine alten Geräte möglichst lange zu benutzen und dann zu recyceln ein ebenso Wichtiger. Wenn bei Ihnen zuhause also noch alte Handys in den Schubladen liegen, machen Sie mit bei der Difäm-Handy-Sammelaktion von Januar - Mai 2014 und werfen Sie ihre Altgeräte in eine der Handysammelboxen. Oder starten Sie eine eigene Handysammlung bei den Arbeitskollegen oder im Bekanntenkreis und gewinnen Sie noch andere Menschen für diese Aktion. Alle gesammelten Handys können Sie kostenfrei an die deutsche Umwelthilfe senden. Nähere Infos finden Sie hier.

Sie suchen Handysammelstellen in Tübingen?
Bei folgenden Einrichtungen können Sie ihre Geräte abgeben:

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Umweltsünde Kaffeekapseln

Gold, Rot, Schwarz, Blau - es gibt sie in allen Farben. Und sie halten in immer mehr Haushalten weltweit Einzug: Kaffeekapseln. Ein Unternehmen nach dem anderen greift zu diesem Vermarktungssystem, egal ob Tchibo, Nespresso, Lavazza, Senseo oder Nescafé. Die Kapseln aus Aluminium sind mittlerweile sehr beliebt: sie sind klein, bunt und machen das Kaffeekochen laut der Hersteller "smarter": keine Kaffeemühle mehr nötig, keine Kaffeepulverreste in der Küche, kein Siebträgerwechsel oder Spülen der Herd-Espressomaschine erforderlich, kurzum eine Hinwendung zum schnellen und sauberem Kaffeekochen.

Ein Schritt in die Zukunft also? - Leider nein!

Das Problem: die meisten der Einweg-Kapseln bestehen aus Aluminium, für dessen Herstellung eine Menge Energie und Rohstoff verbraucht wird. Prinzipiell ist Aluminium sehr gut wiederverwertbar - wenn es richtig recycelt wird. Denn die Kapseln gehören nicht in den Restmüll und laut Entsorgungsverordnung auch nicht in den Gelben Sack. Dort dürfen nur Kaffeekapseln mit dem Grünen Punkt recycelt werden. Alle anderen Kapseln, und das sind die meisten, sollten bei Aluminium-Sammelstellen abgegeben werden - natürlich ohne Kaffeepulver. Dafür hat der Hersteller leider keine einfache Handhabung konzipiert. Theoretisch müsste der Deckel abgemacht und das Pulver entfernt werden. Dafür sind die Kapseln aber nicht ausgelegt, sondern als Wegwerfartikel.

Übrigens: Nur 50% des Aluminium im Gelben Sack oder im Restmüll werden wiederverwertet. Kleinmengen wie z.B. Joghurt-Deckel gehen verloren. Deshalb besser vermeiden. Als Alternative bietet sich Sammeln an.

  • Bei uns im Umweltzentrum (Mo, Mi, Fr 9-12 Uhr und Mo, Di, Do 15-17 Uhr)
  • Retour Gebrauchtwarenbörse, Lilli-Zapf-Str. 3, (Di-Fr 13-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr)

Verständlich, dass die Rücklaufquote der Kapseln nur sehr gering ist, das bedeutet, dass nur ein kleiner Teil der recycelfähigen Alu-Kapseln auch wirklich recycelt werden.

Die Auswirkungen sind schockierend: Nach Berechnungen der Tageszeitung "Die Welt" wird derzeit nur ein viertel der Kapseln dem Wertstoff-Kreislauf zugeführt. Dadurch fielen allein im letzten Jahr rund vier Millionen Kilogramm Aluminium und Plastikmüll an.

Wir empfehlen daher wieder zum "klassischen" Kaffeekochen zu greifen, mit Filter, Siebträgermaschine oder Bohnenvollautomat. Gerade für kleinere Haushalte, idealerweise mit Gasanschluss, kann auch eine Herd-Espressomaschine ideal sein: in verschiedenen Größen erhältlich lässt sich der Kaffee gut portionieren und einfach zubereiten.

Wer sich nicht von seiner Kapsel-Maschine trennen will, sollte der Umwelt zu Liebe zu wiederauffüllbaren Mehrwegkapsel greifen. Diese sind meistens aus Edelstahl (myCoffeestar) oder Kunststoff (Coffeedruck), per Deckel verschließbar und lassen sich bequem ausspülen und wieder befüllen. Dadurch schonen sie nicht nur die Umwelt sondern auch Ihren Geldbeutel.


Petition: Gentechnik im Honig

Das Umweltzentrum unterstützt die Online Petition von "STOP THE CROP" gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais auf Europas Feldern. In den kommenden Tagen werden die Minister aller EU-Staaten entscheiden, ob der gentechnisch veränderte Mais in Europa angebaut werden darf. Viele Experten warnen vor diesem Maisanbau, da dieser Mais sein eigenes Insektizid bildet, was mehrere Probleme nach sich zieht: So werden bestimmte Schmetterlinge und Motten bedroht, ebenso fehlen Untersuchungen über die Auswirkungen auf Bienen und andere bestäubende Nutzinsekten.

Bereits am 15.Januar stimmte das EU-Parlament einer von der Kommission vorgeschlagenen Änderung der Honigrichtlinie trotz vieler Proteste europäischer und deutscher Imkerverbände zu. Dies könnte zur Folge haben das Verbraucher in Zukunft nicht mehr erfahren, ob Pollen und Nektar des Honig von gentechnisch veränderten Pflanzen stammen oder nicht. Diese Entscheidung nimmt den Verbrauchern die Wahlfreiheit beim Kauf und macht die Imker im Kampf gegen Gentechnik wehrlos

Helfen Sie mit, dass es nicht zu einer weiteren Fehlentscheidung des EU-Parlaments kommt. Üben Sie Druck auf die EU-Minister aus und zeigen Sie ihren Protest. Machen Sie mit bei der Online-Petition und sagen "Nein" zu Gentechnik.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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