Infobrief April 2014

Inhalt

Bündnis gegen TTIP

Augen auf beim Eierkauf!

Veganer Karottenkuchen

Tipps zur Wildkräuterküche

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Neues Bündnis in Tübingen gegen TTIP

Das Transatlantische Freihandelsabkommen (engl: Transatlantic Trade and Investment Partnership oder kurz TTIP) zwischen der Europäischen Union und den USA ist ein Thema, an dem man derzeit nicht vorbei kommt. Sollte dieses geheim und hinter verschlossenen Türen auf EU-Ebene verhandelte Abkommen bis zum geplanten Zeitraum Ende diesen Jahres verabschiedet werden, hätte das nicht nur das durch die Medien getragene, aber im Vergleich noch harmlose, "Chlorhühnchen" zur Folge, sondern würde auch gravierende Einschnitte in unsere Umwelt- und Sozialstandards und sogar in unsere demokratische Grundordnung nach sich ziehen. Während der Verbraucher bei Produkten wie dem eben genannten "Chlorhühnchen" immerhin noch selbst entscheiden kann, ob er es kaufen will oder nicht, sieht dies in anderen Bereichen natürlich ganz anders aus. Ganz davon abgesehen, dass Chlorhühnchen aus den USA dem regionalen Einkaufsgedanken wegen des Klimaschutzes und der Unterstützung der heimischen Landwirtschaft ganz entgegensteht.

Auch andere geplante Abkommen, die dank massiver internationaler Proteste bereits verhindert werden konnten, kommen hier wieder in aufgewärmter Form auf den Diskussionstisch (MAI, ACTA, Grundwasserprivatisierung, um einmal die Bekanntesten zu nennen). Vorteile von diesem Abkommen hätte vor Allem die Industrie, die mit einem Schlag einen Großteil der für sie lästigen "Barrikaden" beseitigen könnte. Wie viel von dem von den Politikern propagierten und mit Teils abenteuerlichen Prognosen untermauerten steigenden Wohlstand tatsächlich bei der Bevölkerung ankommt ist äußert fragwürdig, auch vor Allem im Hinblick auf bereits bestehende Freihandelsabkommen z.B. zwischen den USA und Ländern Mittel- und Südamerikas.

In Tübingen hat sich aus dem Zusammenschluss zahlreicher Verbände eine Protestbewegung gebildet, die auch vom Umweltzentrum Tübingen unterstützt wird. Geplant ist eine Protestaktion am Samstag, 03.Mai 2014 um 11 Uhr auf dem Holzmarkt. Über weitere geplante Aktionen werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

Weitere Informationen zum TTIP und anderen Freihandelsabkommen sowie zu den Aktivitäten des zivilgesellschaftlichen überregionalen Bündnisses TTIPunfairHandelbar finden Sie unter:

www.ttip-unfairhandelbar.de

Bitte unterzeichnen Sie die Petition, die dem EU-Parlament nahe legt, dem TTIP nicht zuzustimmen (Gemeinwohl vor Wirtschaftsinteressen: Handelsabkommen TTIP und CETA stoppen!)

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Augen auf beim Eierkauf!

Ostern steht vor der Tür und traditionsgemäß steigt der Eierverbrauch um diese Zeit. Die bunt gefärbten Eier dürfen in den Osterkörben nicht fehlen. Nicht selten verbergen sich hinter der bunten Schale Eier aus Käfighaltung, was den Verbrauchern nicht bewusst ist.

Die Kennzeichnungspflicht für Eier gibt es seit 2004. Diese hat dazu geführt, dass das Einkaufsverhalten der Verbraucher bewusster geworden ist. Auch Bioprodukte erleben mittlerweile einen größeren Umsatz als noch vor einigen Jahren. Die Kennzeichnungspflicht auf Eierverpackungen muss jedoch verpflichtend nach Haltungssystem, dem Herkunftsland und der Verpackungsstelle gekennzeichnet sein.


Viele Verbraucher wissen mittlerweile, dass die erste Ziffer für das Haltungssystem steht:

0 = ökologische Erzeugung (Freilandhaltung mit Futter aus Ökologischem Anbau),
1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung


Doch wie sieht es bei bunt gefärbten Eiern aus? Gekochte und verarbeitete Eier sind immer noch von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Dies betrifft Lebensmittel wie Eierlikör, Backmischungen oder Fertigkuchen.

Wenn einem das Wohlergehen der Hühner am Herzen liegt, dann sollten es mindestens Eier mit Ziffer 0 oder 1 sein. Zufriedene Hühner und damit bessere Eier gibt es nur, wenn sie artgerecht scharren, picken und im Sand baden können. Käfighaltung ist qualvoll und tierverachtend und sollte verboten werden.
Achten Sie beim Kauf von Eiern und Produkten mit Eiern darauf, woher sie stammen. Fragen Sie gegebenenfalls bei Ihrem Händler nach. Gefärbte Eier am besten aus Biohaltung kaufen oder einfach Bioeier kaufen und selbst färben. Das macht auch viel mehr Spaß!



Das Landratsamt Tübingen hat uns freundlicherweise Zahlen zur Verfügung gestellt, wie die Verteilung der Haltungssysteme im Kreis Tübingen aussieht. Derzeit gibt es bei Betrieben über 350 Legehennen immerhin:

1 Betrieb mit Ökohaltung, 2 Betriebe mit Freilandhaltung und 17 Betriebe mit Bodenhaltung. Es gibt keine Betriebe mehr mit Käfighaltung und keine Geflügelaufzuchtbetriebe.

Dass es auch mal ohne Eier geht, wollen wir Ihnen mit dem Kuchenrezept zu Ostern zeigen. Schließlich sind Eier ein hochwertiges tierisches Produkt, das zum Binden der festen und flüssigen Bestandteile des Teiges gut ersetzt werden kann durch Sojamilch, die den dazu nötigen Emulgator aus der Sojabohne als Bestandteil hat.

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Fairer-bio-veganer Karottenkuchen

Zutaten:

  • 1 Tasse rohe Bio-Karottenraspel
  • 1/2 Tasse Oliven-, Erdnuss- oder Sesamöl
  • 3/4 Tasse Sojamilch
  • 1/3 Tasse Dinkelmehl 1050 oder Vollkornmehl
  • 2 Esslöffel Maisstärke oder Sojamehl oder Haferflocken
  • 2/3 Tassen unbehandelter Rohrzucker (fair trade)
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • 1/2 Tasse Kokosflocken (fair trade)
  • Vanille

  • Zubereitung:
    Zuerst die trockenen und die flüssigen Zutaten getrennt voneinander vermischen, dann beide Teile zusammenrühren. Die Masse in eine Springform geben. Den Kuchen bei 180-200 Grad ca. 30 Minuten backen. Wer möchte, kann den noch warmen Kuchen mit einer Zartbitterkuvertüre oder veganen Kuvertüre bestreichen und mit Kokosraspel bestreuen.

    Viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit!


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    Tipps zur einfachen Wildkräuterküche aus dem Garten

    Die ersten Frühlingsblumen wie Primeln und Narzissen sind bereits wieder am verblühen. Dafür ist der Girsch flächig aufgegangen, die Gänseblümchen stehen in Gruppen und auch der Löwenzahn lacht uns mit seinen gelben Blüten im Rasen entgegen. So mancher tritt an, um die "Unkräuter" auszurotten, die anderen sprechen von Wildkräuterküche und kennen Rezepte für den Gaumen.

    Im eigenen Garten , wo keine Spritzmittel zum Einsatz gelangen und nicht gedüngt wird, ist das Sammeln von Wildkräutern unproblematisch. Hierbei gibt es einige Regeln zu beachten: Sammeln Sie nur Kräuter, die Sie sicher kennen. Nehmen Sie nur gesunde Pflanzen. Junge Blätter sind für die Küchennutzung besser geeignet als ältere, die oft schon bitter schmecken können.

    Bei Girsch wie beim Löwenzahn gilt, dass die jungen Blätter gut als Beilage zum Salat verwendet werden können. Ältere Blätter sollten unbedingt gekocht werden. Beim Girsch empfiehlt sich die Zubereitung wie bei Spinat. Blüten von Veilchen, Gänseblümchen und Löwenzahn sehen hübsch im Salat aus und können natürlich mitgegessen werden.



    Probieren Sie doch mal das Löwenzahlgelee!

    Zutaten: 500 g Löwenzahnblüten, 4 geschälte und zerkleinerte Bio-Zitronen, 1 geschälte und zerkleinerte Bio-Orange, 1 kg Bio-Gelierzucker, 1,5 L Wasser.

    Löwenzahnblüten mit Zitrone und Orange in einem großen Topf geben. Wasser aufgießen und zugedeckt etwa eine Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen. Alles durch ein Sieb streichen, Gelierzucker unter den Saft rühren und nochmals 5 Minuten aufkochen lassen. Das Gelee in Gläser abfüllen und diese sofort verschließen.

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