Studium Generale zum Thema Peak-Oil

Angeregt durch ein Gespräch mit dem Hamburger Journalisten Paul Nellen, haben wir im Herbst 2007 begonnen eine Vortragsreihe für das Studium Generale an der Universität Tübingen zum Thema "Peak Oil", dem Zeitpunkt des Fördermaximums von Erdöl und dessen Folgen zu konzipieren. Die Vortragsreihe wurde im Wintersemester 2008/09 realisiert.

Sie reicht von rein technischen Betrachtungen der Ölexploration und der Dynamik von Ölfeldern über die Frage, wo mit den größten Einschnitten gerechnet werden muss und wie Gegenstrategien schon heute entwickelt werden und zukünftig entwickelt werden können bis zu den gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen mangelnder Energieressourcen.

Hintergrund

Derzeit liegt der Hauptfokus, was Umweltthemen betrifft, auf der Reduzierung des CO2-Ausstoßes und dem Entgegenwirken des Klimawandels. Die Zeitspanne, in welcher die befürchteten Probleme erwartet werden, liegt bei 20 bis 50 Jahren. Das Thema "Peak Oil" dagegen wird noch kaum diskutiert, obwohl die Zeitperspektive weitaus dramatischer ist. In vier bis fünf Jahren, oder vielleicht bereits jetzt, ist der Peak Oil erreicht und die Förder- und Verarbeitungskapazitäten reichen nicht mehr aus, um die steigende Nachfrage nach Erdöl zu befriedigen.

Deshalb wird möglicherweise früher als erwartet eine Verknappung von Erdöl und Erdgas einsetzen, mit dramatischen Auswirkungen durch einen starken Preisanstieg und die Konkurrenz aus den verschiedensten Verbrauchsbereichen um die Ressource. Das wird weitreichende Folgen auf die gesamte Gesellschaft haben, vom Verzicht auf weit transportierte Lebensmittel, bis hin zu Verteilungskämpfen um Ressourcen.

Es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob unser demokratisches politisches System unter "Mangel" noch stabil ist und welche Maßnahmen zur Stabilisierung getroffen werden müssen. Es ist dingend nötig, über dieses Thema bzw. Problem zu informieren, da wir uns bereits am Anfang des Wandels hin zur postfossilen Gesellschaft befinden.

Das Studium Generale bietet dazu eine gute Möglichkeit, da eine sehr breite Bevölkerungsschicht auf dieses brisante Thema aufmerksam gemacht werden kann. Zudem ist das Thema Peak Oil für verschiedenste Studiengänge von Bedeutung (Geographie, Geologie, Wirtschaftswissenschaften, Geschichte, etc.), sodass eine Vortragsreihe zu diesem Thema Studenten unterschiedlicher Studienrichtungen anspricht. Im Studienalltag bietet sich, aufgrund von Überschneidungen und vollen Stundenplänen, häufig keine Gelegenheit, die Vorlesungen anderer Fächer zu besuchen. Das Studium Generale als abendliche Ringvorlesung war daher eine gute Möglichkeit, den Studierenden eine fächerübergreifenden Sicht des Problems zu vermitteln und Zusammenhänge aufzuzeigen. Entstanden ist eine Vortragsreihe mit elf Vorträgen im Rahmen des Studium Generale der Universität Tübingen zum Thema "Peak Oil - postfossile Gesellschaft". Dabei standen nicht Themen wie CO2-Reduzierung oder Klimawandel im Vordergrund, sondern speziell die Versorgungs- und Verbrauchsproblematik.

Die Referenten