Die Ergebnisse unserer Modellsanierung

2002 haben wir unsere Sanierung erfolgreich abgeschlossen.
Im Ergebnis haben wir durch unspektakuläre aber konsequente Maßnahmen und Ausführungen eine Energieeinsparung von ca 75% erreicht. Mit dem rechnerischen Wert von unter 88 kWh/m² haben wir den Neubaustandard der Energieeinsparverordnung von 2007 eingehalten. Dieser Wert wird auch in der Praxis erreicht.

Erhalt der historischen Bausubstanz: Sämtliche dekorativen Holzelemente der Fassade wie Gesimse, Fensterläden und Fensterbekleidungen konnten erhalten, aufgearbeitet und - auf der Dämmschicht, aber in der historischen Gliederung - wieder eingebaut werden. Ebenso wurde das historische Inventar, wie Türen etc. vollständig weiter verwendet. Um die typische Ansicht der Fenster zu erhalten, wurden diese in gleicher relativer Position zur Fassadenoberfläche eingebaut.

Nachhaltig und schadstoffarm: Alle Dämmmaterialien im Innenbereich sind aus nachwachsenden Rohstoffen und / oder schadstoffarm, Farben und Bodenbehandlungslacke lösemittel- und schadstofffrei. Für die Elektroinstallation haben wir halogenfreie Kabel und Kabelkanäle verwendet.

Kompetenzvermittlung: An unseren Praxis-Workshops zu den Themen Innendämmung, Luftdichtheit, Dichtheitskontrolle und Lüftungsregelung während der Sanierungszeit haben mehrere Tübinger Handwerkerfirmen teilgenommen. Die Sanierungsdetails haben wir in Form von Ausstellungstafeln, Einblicken in die Bauteile und Modelle so dargestellt, dass sie weiterhin nachvollziehbar sind.

Die energetische Modernisierung unseres Hauses verwirklicht drei zentrale Ziele

1. Ressourcenschonung durch

2. Stärkung der Kompetenzen des Handwerks in der Region und der GebäudeeigentümerInnen durch

3. Sicherung von Wohnraum auch für sozial schlechter gestellte Personen durch

Fazit

Durch unser Modellprojekt wurde der Stadt Tübingen ein prägendes Gebäude erhalten. gleichzeitig wurden die Wohnungen, die bezüglich Haustechnik und Ausstattung in desolatem Zustand waren, in einen Zustand hoher Wohnqualität mit geringen Betriebskosten versetzt.

Durch die im Laufe der Sanierung und der Workshops geknüpften Kontakte konnten wir die Handwerker-Innungen zur Teilnahme am "Klima-Tisch" der Lokalen Agenda Tübingen motivieren. In dieser Kooperation entstand mit weiteren Partnern 2001 die Agenda-Aktion "Altbau mit Zukunft", die vom Land Baden-Württemberg mit einem Förderpreis unterstützt und deren Titel im Landesprogramm "Zukunft Altbau" aufgegriffen wurde.

Hieraus entwickelte sich in Erweiterung der kommunalen Aktion "Tübinger Wärmepass" die Kooperation "Wärmepass im Kreis Tübingen", in deren Auftrag das Umweltzentrum fünf Jahre lang die Erstberatung von sanierungswilligen GebäudeeigentümerInnen durchgeführt hat, bis diese Aufgabe von der Agentur für Klimaschutz übernommen wurde.