Geschichte

1986 beschlossen die BUND-Kreisgruppe, die DBV (heute NABU)-Ortsgruppe und der Bund für Umweltschutz Tübingen e.V. (BfU) eine Koordinationsplattform zur gegenseitigen Unterstützung und zum Ideenaustausch zu gründen. Das bisherige Büro des BfU wurde damit zum "Umweltzentrums-Büro", über das die übrigen Vereine eine dauerhafte Ansprech-Adresse erhielten. Das "Umweltzentrum Tübingen e.V." war geboren.

Ausgestattet mit einer halben Stelle und einer Zivi-Stelle wurde hier eine allgemeine Umweltberatung angeboten und die Projekte aus dem Kreis der Mitgliedsvereine, der sich bald um den den Wissenschaftsladen Tübingen, den VCD-Kreisverband, den ADFC, die Naturfreunde Tübingen, den Kreisfischereiverein und weitere mehr vergrößerte, organisatorisch und personell unterstützt.

Es waren anfangs größere Aktionen, wie die probeweise Sperrung der Mühlstraße (ADFC) und die Aktionen zur Reaktivierung der Ammertalbahn zwischen Tübingen und Herrenberg (VCD), die über das Umweltzentrum koordiniert und Teils auch vorfinanziert wurden, aber auch gemeinsame Infomärkte aller Mitgliedsvereine.

In der Folge schaltete sich das Umweltzentrum immer wieder selbst in die kommunalpolitische Diskussion ein, beispielsweise beim Thema Müllverbrennung in Tübingen, der Klinikerweiterungspläne im sensiblen Gebiet des "Steinenbergs" oder der Trassenführung der B 27.

Im Laufe der Jahre traten einige der Mitgliedsvereine wieder aus dem Umweltzentrum aus, teils wegen der Belastung durch die Mitgliedsbeiträge, teils, weil von der Zusammenarbeit mehr erwartet worden war, als von beiden Seiten geleistet werden konnte. Aber auch die Aktivitäten der verbliebenen Mitgliedsvereine ließen, dem Schwund der Aktiven geschuldet, nach, so dass auch die Notwendigkeit und Gelegenheit für die Koordinationsarbeit des Umweltzentrums abnahm.

Dies war für uns jedoch kein Grund, die Arbeit einzustellen, da der Bereich der (kostenlos angebotenen) Umwelt-Bürgerberatung nach wie vor stark nachgefragt wurde und erhalten werden sollte. Vielmehr erweiterte das Umweltzentrum seine Arbeit dauerhaft um eigene Projekte und Aktivitäten, Seminar- und Workshop-Angebote für Vereine. Damit sollte auch ein eigenes Profil gestaltet werden, um die Grundfinanzierung und damit den Erhalt der Bürgerberatung zu sichern. Um die Jahrtausendwende kam eine neue Herausforderung auf uns zu: Das bisherige gemietete Büro musste aufgegeben werden und in der Folge stürzte sich das Umweltzentrum mit starker personeller Unterstützung durch Ehrenamtliche aus den Mitgliedsvereinen in den Kauf und die energetische Modellsanierung des Gebäudes Kronenstraße 4 in der Tübinger Altstadt, wo ein neues Büro und Räume für die Vereine entstehen sollten. Diese Modellsanierung wurde als großes eigenes Umwelt-Bildungsprojekt geplant und durchgeführt, mit Schautafeln, Einblicken in die Konstruktion, Praxisworkshops für Handwerker und einer massiven öffentlichen Verbreitung der Maßnahmen und ihres Erfolges. Dieses Projekt wurde von der Bundesstiftung Umwelt finanziell unterstützt.

Mit der in diese Zeit fallenden Aufgabe der Zivi-Stelle und der Anerkennung als Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr bei der Landeszentrale für Politische Bildung konnte nun auch offiziell mit den jährlich wechselnden FÖJ-Teilnehmenden Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für Natur- und Umweltschutz gemacht werden, was mit den Zivis auf Grund der dort geltenden Vorschriften nicht möglich war. Dies ermöglichte uns beispielsweise die Herausgabe einiger Infobroschüren (Kräuterspirale, Naturnaher Garten, Wildbienen) sowie weiterer thematischer Faltblätter und die Ausweitung unserer Infoarbeit durch Infostände auf lokalen Veranstaltungen. Die Betreuung der Teilnehmenden wurde damit zu einer weiteren Bildungsaufgabe des Umweltzentrums.

Im Einvernehmen mit den Mitgliedsvereinen hat sich die Koordinationsarbeit des Umweltzentrums zu einer eigenständigen Umwelt-Bildungsarbeit weiter entwickelt, wobei die Querbeziehungen zu den Mitgliedsvereinen weiterhin Bestand haben und fruchtbar sind.

Das Umweltzentrum Tübingen, gegründet als Koordinationsplattform Tübinger Umweltinitiativen, versteht sich inzwischen als eigenständige Umwelt-Bildungseinrichtung. Es wurde im Dezember 2011 als offizielle Institution der Weltdekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

Hier können Sie sich über die bisherigen Projekte des Umweltzentrums informieren.