Jeder Mensch auf dieser Welt hat einen eigenen persönlichen ökologischen Fußabdruck. Wie groß der ist, hängt von ganz persönlichen Einstellungen beim Heizen und der Fortbewegung ab, aber eben auch von der Form der Ernährung und den Lebensmitteln, die dafür eingekauft werden und deren CO2-Bilanzen.

Damit schaden wir nicht nur dem Klima und der Natur, sondern auch zukünftigen Generationen auf dieser Welt. 2026 erreichte Deutschland den „Country Overshoot Day“ bereits am 10. Mai. Damit wurden bis zu diesem Tag alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die Deutschland für das ganze Jahr zugestanden hätten.
Durch eine nachhaltige Ernährung kann dieser Bereich in Angriff genommen und der Fußabdruck verkleinert werden. Doch was genau ist nachhaltige Ernährung?
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat dazu einige Punkte formuliert. Nachhaltige Ernährung soll:
- geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben
- Biodiversität und Ökosysteme schützen
- zur Lebensmittel- und Ernährungssicherung für alle beitragen
- ein gesundes Leben für heutige und künftige Generationen ermöglichen
Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat eine Definition von nachhaltiger Ernährung formuliert. Diese beinhaltet eine pflanzenbetonte Ernährungsweise, mit folgenden Schwerpunkten:
- saisonal erzeugte Lebensmittel
- gering verarbeitete Lebensmittel
- regionaler produzierte Lebensmittel

Saisonal erzeugte Lebensmittel, die dazu regional produziert wurden, verringern die Ökobilanz Ihres Essens schon deshalb, weil sie keine langen Transportwege per LKW, Schiff oder Flugzeug hinter sich haben und zudem einen geringeren Wasserverbrauch aufweisen, da sie nicht in Bereichen der Erde gewachsen sind, die eigentlich zu trocken für deren Anbau sind. Durch geringe Verarbeitung der Lebensmittel sind Lebensmittel ökologischer, da die industriellen Wege kürzer werden und weniger Energie benötigt wird, bis das Lebensmittel im Einkaufskorb landet.
Doch auch Abseits der Art des Anbaus oder der Standort gibt es einiges, worauf beim Kauf und zuhause geachtet werden kann oder sollte:
- wie ist das Lebensmittel eingepackt? Gar nicht, in Papier oder Plastik und mit wie vielen Schichten?
- Wie werden die Lebensmittel für den Transport nach Hause verpackt? Werden ebenfalls Plastiktüten genutzt oder vielleicht doch lieber Stoffbeutel?
- Wie werden die Lebensmittel nach Hause transportiert? Wird das Auto hierfür benötigt oder kann der Einkauf auch mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden?
- Wie lange lagern die Lebensmittel im Kühlschrank und wie effizient ist der Kühlschrank?
- Wie viel Energie wird für die Zubereitung der Lebensmittel zu einem Essen benötigt?
Die Antwort auf die Frage, welche Lebensmittel am nachhaltigsten sind, ist dementsprechend gar nicht so leicht. Die oben genannten Fragen können aber helfen, zu einer Einschätzung zu kommen. So ist ein in Deutschland gewachsener Apfel, der im Herbst nach der Ernte verzehrt wird, natürlich viel nachhaltiger als ein aus dem Süden importierter Apfel. Dennoch sinkt auch die Ökobilanz des deutschen Apfels, wenn er im Frühjahr oder Sommer gekauft wird, denn bis dahin wird er in einem Kühlhaus mit immensem Energieverbrauch gelagert. Gleichzeitig ist ein Apfel, der aus dem Süden per Schiff importiert wird, 25-mal ökologischer als ein Apfel, der per Flugzeug aus dem Süden hergebracht wird.
Ganz generell lässt sich außerdem sagen, dass pflanzliche Produkte (Obst, Gemüse, Getreide usw.) eine deutlich bessere ökologische Bilanz haben als Produkte tierischen Ursprungs.

In der Landwirtschaft entstehen die klimaschädlichen Treibhausgase Lachgas (Distickstoffoxid) und Methan in so großen Mengen durch Stickstoffdüngung, die Bearbeitung des Bodens und die Tierhaltung, dass 67% der Lachgasemissionen Deutschlands und 76% der gesamten Methan-Emissionen auf deren Konto gehen. Insgesamt 70% aller von Deutschland verursachten Treibhausgase kommt allein aus der Fleisch- und Milchviehhaltung.
Lachgas ist dabei 265-Mal so schädlich wie die gleiche Menge Co2, während Methan langfristig ungefähr 28-mal so schädlich ist wie dieselbe Menge Co2. Zwar ist ein Rückgang der Lachgasemissionen seit den 90ern durch Effizienzsteigerung im Pflanzenanbau, sowie durch den Rückgang der Tierhaltung zu verzeichnen, die Zahlen sind aber noch weit entfernt von gut. Dies ist auf die noch immer stark vertretene Düngung mit Stickstoffen zurückzuführen. Die Methanemissionen allerdings sind stärker rückläufig, was jedoch auf die verbesserten Maßnahmen zur Abfalllagerung und den Rückgang des Kohleabbaus in Deutschland zurückzuführen ist. Eine Reduktion der Methanemissionen in der Landwirtschaft als größte Emissionsquelle ist nur durch die Verringerung der Tierhaltung von Wiederkäuern zu erreichen, denn bei deren Verdauungsvorgängen entsteht Methan.
Während für pflanzliche Produkte Felder bestellt werden müssen, deren Endprodukte direkt verarbeitet oder verkauft werden können, müssen für tierische Produkte Felder herhalten, deren Erträge allein in die Futterproduktion gehen. Und dabei sprechen wir von nicht gerade wenig Ackerfläche. Allein für 1kg Rindfleisch werden 5-20kg Futtermittel produziert und verfüttert – eine Kuh wiegt 550 – 800kg, wobei nur 200 bis 280 kg davon verkauft werden können. Dieses Kilogramm Rindfleisch verursacht dabei ca. 15 Kilo CO2-Equivalent (also verschiedene Treibhausgase zusammen auf CO2 umgerechnet). Für die Haltung der Tiere werden zusätzliche Flächen benötigt. Sowohl die Futterherstellung als auch die Tierhaltung benötigen dabei große Mengen an Wasser und Fläche und die Methanemissionen aus der Haltung der Wiederkäuer kommt hinzu.
Im Gegensatz zu dem eben genannten 1 Kilo Rindfleisch mit 15 Kilo Co2-Equivalent, steht das Co2-Equivalent der Menge Linsen, die für den gleichen Proteingehalt benötigt werden mit 0,7 Kilo Co2-eq. Dass pflanzliche oder pflanzenbasierte Ernährung das Klima und die Umwelt also deutlich mehr entlastet als Ernährung auf Basis tierischer Produkte ist anhand dieses Unterschiedes deutlich erkennbar.