Re:Pair – Berufsschulen und Repair-Cafés gemeinsam für Klima- und Ressourcenschutz

Wie können wir junge Menschen für Klimaschutz begeistern – und gleichzeitig ganz praktisch etwas für die Umwelt tun? Genau hier setzt unser Projekt Re:Pair an.

Gemeinsam mit Berufsschulen im Landkreis Tübingen, regionalen Repair-Cafés und starken Partner*innen aus Zivilgesellschaft und Bildung entwickeln wir neue Wege, um Klimaschutz, Bildung und praktisches Handeln miteinander zu verbinden. Im Zentrum stehen dabei Berufsschüler*innen, die sich aktiv mit den Themen Reparatur, Ressourcenschonung und nachhaltiger Konsum auseinandersetzen – und selbst Teil der Lösung werden.

Lernen durch Reparieren

Im Projekt Re:Pair lernen Schüler*innen nicht nur theoretisch, warum Klimaschutz wichtig ist – sie erleben ganz konkret, wie ihr eigenes Handeln Wirkung entfaltet. In Workshops und praxisnahen Formaten beschäftigen sie sich mit:

  • Klimawandel, Energie und Ressourcenverbrauch
  • globalen Lieferketten und Umweltfolgen unseres Konsums
  • Kreislaufwirtschaft, Recycling und Upcycling

Das Besondere: Dieses Wissen wird direkt in die Praxis umgesetzt. In Kooperation mit bestehenden Repair-Cafés sowie in schulischen Werkstätten reparieren die Teilnehmenden Fahrräder, Elektrogeräte, IT-Komponenten und Textilien. Dabei wird sichtbar: Reparieren spart Ressourcen, vermeidet Müll und schützt das Klima.

Global denken – lokal handeln

Viele Produkte, die wir täglich nutzen, haben eine lange Reise hinter sich – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Im Projekt Re:Pair machen wir diese globalen Zusammenhänge greifbar und zeigen, wie lokales Handeln globale Wirkung entfalten kann.

Die Schüler*innen setzen sich mit Fragen auseinander wie:

  • Woher kommen die Rohstoffe, die z.B. in meinem Smartphone verbaut sind?
  • Was passiert mit kaputten Geräten weltweit?
  • Welche Rolle spielt Reparatur für den Klima- und Ressourcenschutz?

Durch diese Perspektive entsteht ein tieferes Verständnis für nachhaltige Entwicklung – und die Motivation, selbst aktiv zu werden.

Selbstwirksamkeit stärken

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Förderung von Selbstwirksamkeit. Wenn ein kaputtes Gerät wieder funktioniert oder ein Fahrrad wieder fahrbereit ist, erleben die Teilnehmenden unmittelbar: Ich kann etwas bewirken.

Diese Erfahrungen stärken nicht nur technische Kompetenzen, sondern auch:

  • Problemlösungsfähigkeit
  • Teamarbeit
  • Verantwortungsbewusstsein

Gleichzeitig werden gezielt junge Menschen angesprochen, die bislang wenig Berührung mit Umwelt- und Klimathemen hatten. Der praktische Zugang über Reparatur schafft niedrigschwellige Einstiege und neue Lernräume.

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

Re:Pair bringt unterschiedliche Akteur*innen zusammen:

  • Berufsschulen in Tübingen und Rottenburg
  • Repair-Cafés im Landkreis
  • den Wissenschaftsladen Tübingen e.V.
  • das Umweltzentrum Tübingen e.V.

Gemeinsam bauen wir ein starkes Netzwerk auf, das über die Projektlaufzeit hinaus wirkt. Ziel ist es, dauerhafte Strukturen zu schaffen, in denen Reparatur, Nachhaltigkeit und Bildung fest verankert sind – z.B. durch schulische Repair-Angebote oder regelmäßige Kooperationen mit Repair-Cafés. Im Rahmen unseres Projekts erweitern wir unser Konsortium fortlaufend. Wir stehen beispielsweise bereits in Kontakt mit dem Netzwerk Ressourcengerechtigkeit bzw. mit FAIRstrickt (Werkstadthaus Tübingen) und vielen weiteren.

Re:Pair steht für einen Wandel im Umgang mit Dingen: weg von Wegwerfmentalität – hin zu Wertschätzung, Reparatur und nachhaltigem Handeln.

Indem wir junge Menschen befähigen, selbst aktiv zu werden, leisten wir gemeinsam einen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung, einer stärkeren Reparaturkultur sowie zu mehr gesellschaftlichem Engagement.

Wir informieren fortlaufend über unser Projekt. Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit haben oder mehr über das Projekt erfahren möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Wir sind offen für neue Kooperationen und engagierte Partner*innen. Das Projekt läuft von März 2026 bis Ende Juli 2027, wobei wir eine Verstetigung über die Projektlaufzeit hinaus anstreben.

Aktuelles bei Re:Pair

Die erste Workshopreihe – 29.07.2026

In Kooperation mit der Gewerblichen Schule Tübingen startete das Umweltzentrum (UWZ) vom 21.07.2026 bis 28.07.26 in die erste Workshopwoche des Re:Pair Projekts.

Zum Auftakt der Projektwoche bereitete das UWZ einen Vortrag zu den Themen Klimaschutz, nachhaltige Energien und nachhaltige Ernährungsweisen vor. Ergänzt und veranschaulicht wurden die Inhalte durch den Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen. https://www.google.com/search?q=tomorrow+die+welt+ist+voller+l%C3%B6sungen&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de-de&client=safari

Ab dem zweiten Tag teilten sich die Schüler*innen in Kleingruppen auf, um sich intensiver mit unterschiedlichen Themenbereichen auseinanderzusetzen. Das UWZ begleitete dabei eine Fahrradwerkstatt. Die Schüler*innen lernten, wie Fahrräder nachhaltig repariert werden können, wie sich Materialien ressourcenschonend einsetzen lassen und welche Bauteile für ein zweites Leben geeignet sind. Diese Themen sind Kernaspekte des Projekts Re:Pair.

Die praktische Arbeit stieß auf großes Interesse. Im Laufe der Woche brachten auch immer mehr Lehrkräfte ihre Fahrräder zur Reparatur mit, sodass sich nach und nach eine voll funktionsfähige Fahrradwerkstatt entwickelte und alle Schüler*innen praktische Reparatur-Fähigkeiten entwickeln konnten.

Neben den praktischen Erfahrungen vermittelte das UWZ auch theoretisches Wissen rund um den Umweltschutz. Am zweiten Tag gab die Gastreferentin des DEAB, Maris Kodweiß, Einblicke in die Bedeutung und Herkunft von Rohstoffen aus aller Welt. Am Beispiel von Nickel, Kobalt, Lithium und Kupfer erklärte sie, wofür diese Rohstoffe genutzt werden und unter welchen Bedingungen sie in verschiedenen Ländern abgebaut werden.https://www.deab.de/

Darüber hinaus gestaltete das UWZ einen Workshop zu den Sustainable Development Goals (SDGs) 3 bis 5. Dabei standen die Themen Wohlbefinden, Gesundheit sowie eine gute und geschlechtergerechte Bildung im Mittelpunkt. Die Schüler*innen setzten sich unter anderem mit Klimastress und der möglichen Gefahr eines Burn-outs auseinander. Sie wurden dazu angeregt, eine persönliche Übersicht ihres Unterstützungsnetzwerks zu erstellen. Dabei hielten sie Freund*innen, Familie sowie Orte und Aktivitäten fest, die ihnen Kraft geben. So entstand eine persönliche Sammlung von Ressourcen, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können.

Am vierten Tag besuchte die Workshopgruppe gemeinsam das Werkstatthaus. Dort erhielten die Schüler*innen einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Reparatur, die bestehenden Angebote sowie die Möglichkeiten zur eigenen Mitarbeit. Der Besuch sollte dazu ermutigen, sich auch zukünftig in Repair-Cafés einzubringen und das Thema Reparatur weiterzutragen. Die Vernetzung von beruflichen Schulen mit bestehenden Repair-Cafés ist ein Kernaspekt von Re:Pair.

Die letzten beiden Tage der Projektwoche standen ganz im Zeichen der Reflexion und des Austauschs. Die Schüler*innen blickten auf die vergangenen Tage zurück und bereiteten Präsentationen vor. Auf diese Weise konnten die einzelnen Gruppen ihre Erfahrungen und ihr neu erworbenes Wissen miteinander teilen.

Auch über die Projektwoche hinaus bleibt das UWZ mit der Gewerblichen Schule Tübingen in Kontakt. Ziel ist es, auch im kommenden Schuljahr die anstehende Klima-AG zu begleiten und die gemeinsame Arbeit für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz fortzuführen. Dementsprechend war die Workshopreihe nur ein Auftakt in das Projekt Re:Pair.

Vorbereitungen für Re:Pair – 22.05.2026

Die Vorbereitungen für die kommenden Workshop- und Praxistage laufen derzeit auf Hochtouren.

Aktuell entsteht ein umfangreiches Workshopprogramm für die insgesamt drei Projekttage an den beruflichen Schulen. Die Workshops verbinden interaktive Methoden, Gruppenarbeiten und praktische Einblicke in die Reparaturarbeit.  Dazu werden gerade die ersten Präsentationen und kurze Inputs für die Workshopteilnehmenden ausgearbeitet. Zudem stehen zeitnah weitere Treffen mit den beteiligten Lehrkräften an, um die Inhalte gemeinsam abzustimmen und an Teilnehmenden anzupassen.

Sehr erfreulich ist außerdem das große Interesse aus dem Umfeld der Repair-Cafés und des Projektnetzwerks. Viele Engagierte haben bereits ihre Unterstützung zugesagt und möchten sich aktiv an den Workshoptagen beteiligen.

Parallel dazu wird das Netzwerk regionaler Repair-Cafés und Kooperationspartner weiter ausgebaut. Ziel ist es, langfristige Verbindungen zwischen Schulen, Werkstätten und ehrenamtlichen Initiativen zu schaffen und junge Menschen dauerhaft für Reparatur, Ressourcenschonung und nachhaltiges Handeln zu begeistern.

Erfolgreicher Projektauftakt von Re:Pair – 17.03.2026

Am 17. März fiel der offizielle Startschuss für unser Projekt Re:Pair – Berufsschulen und Repair-Cafés gemeinsam für Klima- und Ressourcenschutz. Gemeinsam mit der Beruflichen Schule Tübingen, der Beruflichen Schule Rottenburg, dem Wissenschaftsladen Tübingen e.V. und dem Umweltzentrum Tübingen e.V. haben wir uns zum Kick-off getroffen und sind mit viel Motivation in die erste Projektphase gestartet.

Im Mittelpunkt des Treffens stand das gemeinsame Verständnis des Projekts sowie die Abstimmung der nächsten Schritte. Wir haben den geplanten Projektablauf konkretisiert, zentrale Ziele geschärft und erste inhaltliche Schwerpunkte festgelegt. Besonders wichtig war dabei der intensive Austausch zwischen den beteiligten Partnern: Welche Erwartungen gibt es? Welche Ressourcen bringen die einzelnen Akteurinnen ein? Und wie können wir gemeinsam wirksame Lern- und Praxisformate für Berufsschülerinnen entwickeln?

Mit dem Kick-off ist das Projekt nun offiziell in die inhaltliche Arbeits- und Abstimmungsphase (Phase 1) gestartet. In den kommenden Wochen werden konkrete Workshopformate entwickelt, Kooperationen mit Repair-Cafés weiter vertieft und die ersten praktischen Umsetzungsschritte vorbereitet.

Erster Zeitplan des Projekts mit den geplanten Meilensteinen, die im Rahmen des Kick-off Treffens erarbeitet wurden.

Ein besonderer Dank gilt unserem Fördergeber FINEP für das Vertrauen in unser Projekt. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und arbeiten mit großem Engagement daran, die Projektziele erfolgreich umzusetzen und langfristige Wirkung zu erzielen.

Die große Motivation und das gemeinsame Engagement aller Beteiligten zeigen: Wir haben eine starke Grundlage geschaffen, um junge Menschen für Klimaschutz, Ressourcenschonung und Reparaturkultur zu begeistern.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte!

„Dieses Projekt wird gefördert durch das Programm für Entwicklungspolitische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit (DEAR) der Europäischen Union. Für den Inhalt ist allein das Umweltzentrum Tübingen e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Europäischen Union wieder.”